Nachdem nun das Resultat meiner Experimente mit der selbstgebauten Vorrichtung für die semiprofessionelle
Mikrofotografie so einigermassen meinen Wünschen entsprach, kam ich auf die Idee ein im Verhältnis zur möglichen Aufnahmegröße überdimensionales Objekt zu fotografieren: eine Wespe.
Da man solche Dinger in gut erhaltenem Zustand ja nicht gerade im Supermarkt bekommt, habe ich einfach eine gefangen, im Glas verenden lassen (an dieser Stelle ein herzlichen Dankeschön an die Wespe die ihr Leben für dieses Experiment gab) auf Styropor aufgesteckt getrocknet und genauer unter die Lupe genommen.
Dummerweise sind mir bei den Versuchen die Wespe in Position zu bringen die Fühler abgebrochen...und es war mein einziges Modell bei diesem Versuch.
Wie auch immer, technisch hat mich die Angelegenheit auch nicht schlecht beansprucht.
Die ganze Wespe hatte auf einem Bild nicht Platz, und ich wollte auch keine geringere Vergrößerung wählen, da ich eine möglichst hohe Auflösung erzielen wollte. Also musste ich die Wespe von vorne betrachtet in einen Raster einteilen, und mittels einer selbst gebastelten Vorrichtung den zu fotografierenden Ausschnitt weiterkurbeln.
Die Einzelbilder, so dachte ich mir, sollten dann mittels einer Stitch-Software zu einem großen Bild zusammengefügt werden.
Wäre auch weiters überhaupt kein Problem gewesen, wenn da nicht noch folgende Schwierigkeit augetreten wäre:
Da das Mikroskop bei einer derartigen Vergrößerung nur eine minimale
Schärfentiefe hatte (im Mikrometer Bereich) musste ich jeden der 56 Auschnitte des Rasters mit unterschiedlichen Schärfeeinstellungen zwischen 10 und 40 mal fotografieren.
Bin also einen ganzen Nachmittag bei künstlicher Beleuchtung kurbelnd und knipsend vor dem Mikroskop gesessen und habe so knapp 1800 digitale Fotos einer Wespe geschossen.
Daraufhin musste ich also die auf einen unterschiedlichen Schärfebereich getrimmten Bilder jedes Auschnittes, erst mal auf ein Bild reduzieren. Eine spezielle OpenSource Software names
CombineZ5 verhalf mir dazu.
Diese war in der Lage, die scharfen Bereiche eines Bildes mit dem eines anderen zu kombinieren.
Zu guter letzt war es also nur noch notwendig, die einzelnen scharfen Bilder meines Rasters mittels
Hugin zu einem zusammenzufügen.
Leider bin ich bis heute nicht so weit gekommen, aus zweierlei Gründen: Zeit, ...und RAM!
Diese Aktion braucht Speicher, das glaubt man kaum.
Hier jedenfalls will ich das bislang enstandene Resultat veröffentlichen, und werde diesen Beitrag bei Fertigstellung des Experiments ergänzen.
Zugegeben, es handelt sich hier um eine äußert mühseelige und komplizierte Methode eine Wespe in dieser Qualität abzubilden. In ein paar Jahren vermutlich, wenn die kommerziellen Digitalkameras die 100-Megapixel-Grenze überschreiten (!?) ...werde ich über dieses Experiment lachen können.
Dennoch, mit einer digitalen Kompaktkamera ein Bild einer Wespe mit einer Auflösung von 11.000 x 9.000 Pixel zu Erzeugen ist ja heutzutage auch schon was.
verwendete Soft- und Hardware bei diesem Experiment:
- Computer: Acer Travelmate 800LMi, 512MB RAM, viel HD
- Mikroskop: Euromex CSL-CKL
- Kamera: Canon IXUS 60
- Software: CombineZ5, Hugin
Wikipedia:
Software:
Hardware:











